Rathaus
Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, © Christoph Steinborn

683 Jahre Lebenserfahrung an einem Tisch

Kürzlich wurde es im Haus der Familie / Mehrgenerationenhaus (MGH) besonders herzlich: Sieben Gäste mit Begleitung kamen zu einem außergewöhnlichen Nachmittag zusammen. Zusammengerechnet brachten sie ohne Begleitungen beeindruckende 683 Lebensjahre mit an den Tisch. Ein Nachmittag, der ganz im Zeichen von Erinnerungen, Begegnungen und gegenseitiger Wertschätzung stand.

Mit Liebe zum Detail hatten die Organisatorinnen Marion Surrey, Leitung des MGH, Ingrid Neubusch (Gemeindeschwesterplus), und Ute Remshagen (Pflegestützpunkt) den Tisch vorbereitet. Liebevoll zusammengestellte Sammeltassengedecke, selbstgebackener Kuchen und Kaffee sorgten für eine stilvolle und gemütliche Atmosphäre. Dazu schmückten kleine Schätze aus vergangenen Zeiten die Tafel, darunter ein alter Schulranzen, ein Griffel und eine Schiefertafel.

Das Thema des Nachmittags lag auf der Hand: Die Begegnung fand schließlich in den Räumen der alten Schule statt. Einige der Gäste hatten hier sogar selbst die Schulbank gedrückt. Auf dem Bildschirm zeigten die Organisatorinnen Einblicke in den Schulalltag vergangener Zeiten. Zusammen mit den liebevoll arrangierten Ausstellungsstücken bot dies reichlich Gesprächsstoff. Schnell wurden Erinnerungen wach und die Gäste erzählten von ihren eigenen Schulerlebnissen, besonderen Begebenheiten und dem Alltag ihrer Kindheit.

Bei der Vorstellungsrunde verrieten die Gäste stolz ihr Alter. Einige von ihnen dürfen in den kommenden Monaten ihren 100. Geburtstag feiern. Besonders berührend war, dass auch eine Begleitperson bereits stolze 92 Jahre alt war. Ein Nachmittag also, an dem nicht nur Erinnerungen, sondern auch jede Menge Lebenserfahrung zusammenkamen. Für einen besonderen Gesprächsanstoß sorgte Ingrid Neubusch mit einer Geschichte aus früheren Schulzeiten: Damals mussten die Schüler tatsächlich ein Holzscheit mitbringen, um überhaupt Einlass in die Schule zu erhalten.

In gemütlicher Runde verging die Zeit wie im Flug. Am Ende waren sich alle einig: Dieses besondere Treffen soll eine Fortsetzung finden! Im Frühjahr 2027 möchte man erneut zusammenkommen. Dann dürfen zwei der heutigen Gäste ihren 100. Geburtstag feiern – ein schöner Anlass, sich wiederzusehen und gemeinsam anzustoßen.

„Diese Veranstaltung ist ein Herzensprojekt“, betonten die drei Organisatorinnen zum Abschied. Und das war an diesem Nachmittag in jeder Minute spürbar. Mit vielen schönen Eindrücken, großer Bewunderung und Respekt vor den beeindruckenden Lebenswegen der Gäste ging der erste ‚Club der 100-Jährigen‘ zu Ende.