Gut vorbereitet auf Hochwasser
Ist Ihre Wohnlage hochwassergefährdet? Oder anfällig für Überschwemmungen bei Starkregen? Informieren Sie sich und sorgen Sie vor!
Warnmeldungen im Blick behalten
Bleiben Sie informiert! Nutzen Sie die Warn-App NINA, das Radio oder das Internet, um aktuelle Wetterlagen und Hochwasserwarnungen zu verfolgen. Aktuelle Pegelstände stellt die Hochwasserzentrale Ihres Bundeslandes zur Verfügung. Informationen zu Gebieten mit erhöhtem Hochwasserrisiko erhalten Sie außerdem bei Ihrer Stadt oder Gemeinde. Viele Kommunen bieten mittlerweile auch Starkregengefahrenkarten online an.
Frühzeitig vorsorgen – denken Sie rechtzeitig an Folgendes:
- Wie können kranke oder hilfsbedürftige Menschen rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden? Wer übernimmt das und wohin können sie gebracht werden?
- Haben Sie Vorkehrungen zur Evakuierung von Haustieren getroffen?
- Falls Telefon und Handy ausfallen: Gibt es Absprachen mit Nachbarn oder anderen Personen über alternative Kommunikationswege und Notzeichen?
- Wer übernimmt im Ernstfall welche Aufgaben? Klären Sie vorab die Zuständigkeiten im Notfall.
Wird ein Hochwasser für Ihre Region angekündigt, ist rasches Handeln gefragt:
- Beschaffen Sie rechtzeitig Sandsäcke, Schalbretter, wasserabweisende Sperrholzplatten und Silikon zur Abdichtung.
- Stellen Sie sicher, dass gefährliche Substanzen oder Chemikalien nicht mit dem Wasser in Berührung kommen können.
- Bringen Sie wertvolle Möbelstücke sowie technische Geräte wie Computer in höher gelegene, geschützte Räume.
- Sichern Sie Ihren Heizöltank gegen Auftrieb – z. B. durch Verankerung oder Beschwerung.
- Kontrollieren Sie Ihre vorbereiteten Maßnahmen: Haben Sie alles Wichtige im Haus? Dazu gehören:
- ausreichend haltbare Lebensmittel und sauberes Trinkwasser
- ein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio
- eine Taschenlampe
- ein Campingkocher
- eine mobile Campingtoilette
- Halten Sie Ihre Dokumentenmappe sowie ein gepacktes Notgepäck griffbereit.
- Denken Sie auch an Mückenspray oder Insektenschutz – nach einem Hochwasser treten häufig vermehrt Mücken und andere Schädlinge auf.
- Räumen Sie Kellerräume aus, die durch eindringendes Grundwasser vollaufen könnten.
- Liste mit wichtigen Telefonnummern (Rettungsdienst, Ansprechpartner, Angehörige, etc.)
- Treffen sie Absprachen mit Nachbarn, im Falle einer längeren Abwesenheit oder zur Unterstützung von Hilfsbedürftigen im Ernstfall (Nachbarschaftshilfe)
- Überlegen Sie sich für den Fall einer Evakuierung sichere Fluchtwege
Das Hochwasser naht! Was nun? Bewahren Sie die Ruhe und handeln Sie besonnen. Je nachdem, wo Sie sich gerade aufhalten, sollten Sie die folgenden Punkte beachten.
Im Haus – Sicherheit hat Vorrang
- Stellen Sie sicher, dass Ihre vorbereitenden Maßnahmen ausreichend sind.
- Kontrollieren Sie rechtzeitig die Rückstauklappen im Keller – bevor das Wasser steigt.
Während eines Hochwassers sollten Sie den Keller aus Sicherheitsgründen keinesfalls betreten – Lebensgefahr!
- Dichten Sie Fenster, Türen und sämtliche Abflüsse sorgfältig ab.
- Schalten Sie in gefährdeten Bereichen elektrische Geräte sowie Heizungen aus. Beachten Sie die Gefahr eines Stromschlags. Falls notwendig: Strom über die Sicherung komplett abschalten.
- Begeben Sie sich in ein höher gelegenes Stockwerk
- Vermeiden Sie Kontakt mit dem Wasser (Kontamination)
- Rufen Sie die Notfallnummern nur im absoluten Notfall an
Im Auto – rechtzeitig handeln
Bringen Sie Ihr Fahrzeug frühzeitig aus überflutungsgefährdeten Garagen oder von Parkplätzen in Sicherheit.
Achtung: Tiefgaragen können bei Hochwasser zur tödlichen Falle werden!
- Vermeiden Sie Fahrten durch überflutete Straßen – Wasser im Motorraum kann erhebliche Schäden verursachen. Besonders problematisch: Der Katalysator, der auf über 700 °C aufgeheizt ist, kann durch plötzliches Eindringen von Wasser zerspringen.
- Wenn das Wasser bereits bis über die Räder reicht, lassen Sie das Fahrzeug abschleppen – starten Sie es nicht selbst.
Leben retten – aber mit Bedacht
- Leisten Sie Hilfe, wo immer möglich – aber bringen Sie sich selbst nicht in Gefahr.
- Sorgen Sie dafür, dass Kinder rechtzeitig aus dem betroffenen Gebiet gebracht werden, noch bevor die Gefahr eintritt.
- Vermeiden Sie es, mit Booten oder anderen Fahrzeugen „Spazierfahrten“ in überfluteten Bereichen zu unternehmen – Wellenbildung und unsichtbare Hindernisse unter Wasser bergen große Risiken.
- Halten Sie Abstand zu Uferbereichen – es besteht akute Gefahr durch Unterspülung oder Abbruch.
- Straßen, die ganz oder teilweise überflutet sind, dürfen nicht betreten oder befahren werden.
- Folgen Sie stets den Anweisungen der Einsatzkräfte und respektieren Sie Absperrungen.
Das Wasser weicht. Jetzt heißt es: Bestandsaufnahme machen und aufräumen.
- Bevor Sie mit dem Abpumpen beginnen, stellen Sie unbedingt sicher, dass der Grundwasserspiegel ausreichend gesunken ist. Ein zu frühes Abpumpen kann die Bodenplatte Ihres Hauses beschädigen. Beachten Sie hierzu die Hinweise Ihrer Gemeinde oder Kommune.
- Dokumentieren Sie alle Schäden sorgfältig:
- Erstellen Sie eine vollständige Bestandsaufnahme und machen Sie Fotos für Ihre Versicherung.
- Entfernen Sie zurückgebliebenes Wasser und Schlamm gründlich aus dem Gebäude.
- Trocknen Sie die betroffenen Räume so schnell wie möglich, um Schäden am Bauwerk und Schimmelbildung zu vermeiden.
- Nutzen Sie dafür Heizgeräte – diese können bei Bedarf ausgeliehen oder gemietet werden.
- Lassen Sie unbedingt die Elektrik, den Heizöltank sowie – falls notwendig – die Bausubstanz des Hauses von Fachleuten prüfen.
- Sollten Schadstoffe wie Farben, Lacke, Pflanzenschutzmittel, Benzin oder Öl freigesetzt worden sein, alarmieren Sie die Feuerwehr – sie sorgt für die fachgerechte Beseitigung.
- Beschädigte Möbel, kontaminierte Materialien und verdorbene Lebensmittel gehören nicht in den normalen Hausmüll. Lassen Sie sie sachgerecht über den Sperrmüll oder Sonderabfall entsorgen.
- Verzehren Sie auf keinen Fall Obst, Gemüse oder Salat, das aus überfluteten Gebieten stammt.
- Falls Ihr Garten oder Feld mit Schadstoffen – beispielsweise Öl – verunreinigt wurde, informieren Sie das zuständige Landratsamt oder das Amt für Landwirtschaft.
- Keller steht unter Wasser und Sie benötigen Hilfe bei der Abschaltung der Stromversorgung? Rufen Sie die Ahrtalwerke (0 26 41) 90 50-110) an.
- Räume in denen gearbeitet wird sollten gut gelüftet werden.
- Verständigen Sie bei Ölschlammschichten im Garten oder auf Flächen die Feuerwehr.
- Bei Beräumung von Sandsäcken und Aufräumarbeiten im Keller oder Garten, ist es ratsam passende Schutzausrüstung zu tragen (Gummihandschuhe, Gummistiefel, Einweganzüge/Staubanzüge).
- Nach Abschluss der Arbeiten sollten sie Ihre Hände gründlich mit Seife waschen.
