Gleichberechtige Mobilität stärken

Im vergangenen Herbst haben sich die städtischen Gremien mit dem neuen ‚Fokuskonzept Mobilität‘ der Stadtverwaltung beschäftigt und beschlossen, die darin vorgesehenen Maßnahmen in den kommenden Jahren nach festgelegten Prioritäten umzusetzen. Zielsetzung ist eine gleichberechtigte Förderung der verschiedenen Verkehrsarten sowie die gezielte Steigerung der Attraktivität nachhaltiger Mobilitätsformen wie Radverkehr und ÖPNV. Grundlage des Konzeptes war eine tiefgreifende Analyse der bestehenden Situation, in welche viele beteiligte Akteurinnen und Akteure aus Politik und Bürgerschaft einbezogen wurden.

Erste konkrete Maßnahmen aus dem umfangreichen Katalog sollen nun in diesem Jahr vorbereitet werden oder in die Umsetzung gehen. Soweit möglich werden diese auch schon im Rahmen der Umsetzung des laufenden Wiederaufbaus aktiv berücksichtigt. So sind im Bereich Straßenbau zeitnah zahlreiche Wiederherstellungen vorgesehen, bei denen beispielsweise die Einrichtung von Fahrradstraßen angedacht und je nach Bedarf in die Gremienberatung gebracht werden soll. Die im 2023 erstellten neuen Radverkehrskonzept erdachten Ideen zur Verbesserung der Radinfrastruktur in Bad Neuenahr-Ahrweiler sollen darüber hinaus konkretisiert und sukzessive in die Umsetzung gebracht werden.

Mit Blick auf den ÖPNV soll das bestehende Netz genauer in den Blick genommen und Verbesserungsmöglichkeiten für noch nicht ausreichend angebundene Bereiche des Stadtgebiets gefunden werden. Bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 sind erste Verbesserungen im Busfahrplan umgesetzt worden.

Auch die Vernetzung der Behörden untereinander spielt für die fortschrittliche Mobilität moderner Städte eine entscheidende Rolle: So wurde die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler auch in diesem Jahr als eine von zehn Kommunen in Rheinland-Pfalz, die für die Teilnahme an den Fußverkehrs-Checks 2026 des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau ausgewählt. Auf Grundlage von Workshops und Begehungen erhält die Kommune hierbei unter anderem einen Status-quo-Bericht, eine Stärken-Schwächen-Analyse, einen priorisierten Maßnahmenplan sowie Empfehlungen zur langfristigen Verankerung der Fußverkehrsförderung. Weiterhin hat Bad Neuenahr-Ahrweiler als eine von zehn Kommunen den Teilnahmewettbewerb durch dasselbe Ministerium für den Lehrgang "Kommunales Mobilitätsmanagement" gewonnen, bei dem sich zwei Mitarbeitende der Verwaltung tiefergehend zu verschiedenen Aspekten des Themas informieren können.

Die Realisierung des Mobilitätskonzeptes ist auf die kommenden Jahre ausgelegt, wobei die kontinuierliche Umsetzung von Maßnahmen, darunter zum Beispiel die Einrichtung von Pendler-Radrouten, die Erneuerung des Fußgängerleitsystems oder die Entwicklung eines stadtweiten Geschwindigkeitskonzeptes, auf einen längeren Zeitraum angelegt ist. Mit zum Beispiel der grundsätzlichen Verbesserung des Radwegenetzes und der Barrierefreiheit des ÖPNV sind auch zahlreiche Daueraufgaben im Konzept enthalten.

Insgesamt soll dessen Umsetzung dazu beitragen, die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler in eine klimafreundlichere Zukunft zu führen, in der sich alle Verkehrsbeteiligten an einer hohen Aufenthalts- und Verkehrsqualität erfreuen können.