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Insektenfreundliche Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) unterstützt im Rahmen der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt das „Aktionsprogramm Insektenschutz“. Hintergrund ist der drastische Rückgang der Insektenpopulation in Deutschland um bis zu 80 % seit 1989. Auch auf Kreisebene wurde die Problematik diskutiert und ein Förderprogramm für Vereine, Einzelpersonen und die Landwirtschaft auf den Weg gebracht.

Die CDU-Fraktion des Stadtrates Bad Neuenahr-Ahrweiler hat am 2. November 2018 der Stadtverwaltung einen umfassenden Antrag zum Thema insekten- und bienenfreundliche Stadt eingereicht. Hiernach soll sich die Stadt zum Ziel setzen mehr Lebensräume für Insekten zu schaffen und die biologische Vielfalt zu erhöhen.

Aktueller Stand

Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler nimmt die Problematik „Schutz von Insekten und Förderung ihrer Artenvielfalt“ ernst und berücksichtigt das Thema bereits seit mehreren Jahren in der Stadtplanung und Flächenbewirtschaftung. Dabei muss aber stets eine Balance zwischen Naturschutz und Ästhetik gefunden bzw. die Öffentlichkeitsarbeit für eine bessere Akzeptanz solcher Maßnahmen in der Bevölkerung geleistet werden.

Beispielhaft sind zu nennen:

  • Aussaht von mehrjährigen Wildblumen und -kräutern entlang der Lindenstraße und Edith Stein Straße. In der Edith Stein Straße wurde dieses Jahr nach dreijährigem Bewuchs neu ausgesät, da mehrere Gräser die Blühpflanzen verdrängt hatten. Alle 2-3 Jahre müssen die Flächen neu angelegt werden.
  • Die Wechselbepflanzungen im öffentlichen Raum in Bad Neuenahr und Ahrweiler (Ahrweiler Markt) sind in den letzten Jahren zunehmend mit insektenfreundlichen Pflanzen (z. B. Fächerblumen und Prachtkerzen) ausgestattet worden.
  • Die Bepflanzungen am Ahrtor wurden umgestaltet und mit mehrjährigen insektenfreundlichen Stauden bepflanzt.

Vorschlag für zusätzliche Maßnahmen der Stadtverwaltung

  • Auf das Anlegen reiner Schotterbeete auf städtischem Grund soll zukünftig verzichtet werden. Vorhandene Schotterbeete werden künftig auch bienenfreundlicher gestaltet. Dies soll insbesondere durch das Einstreuen von trockenheitsverträglichen und bienenfreundlichen Pflanzen erreicht werden.
  • Für die zukünftigen Wechselbepflanzungen werden weitere Arten im Hinblick auf Insektenfreundlichkeit und Pflegeaufwand getestet und die Vielfalt erweitert.
  • Ausgewählte Teilbereiche könnten extensiv bewirtschaftet und somit naturnaher gepflegt werden (1 Schnitt pro Jahr). Auswahl verschiedener Flächen nach Lage und Bodenbeschaffenheit, evtl. Abmagerung der Flächen und Aussaat von, je nach Standort, ausgewählten Wiesenkräutern wie z.B. Klappertopf, Lupinen, etc.
  • Bau und Installation von Insektenhotels (z.B. mit OKUJA) und auch landschaftsgärtnerische Gestaltung von Rückzugsräumen für Wildbienen.
  • Eine extensivere Mahd entlang der Wander- und Wirtschaftswege wäre in manchen Bereichen möglich, muss aber auch besser kommuniziert werden, da auch dies oft als ungepflegt empfunden wird. Verkehrssicherheit muss gewehrleistet werden.
  • Die Stadt kann Kindergärten und Grundschulen bei der Gestaltung einer insektenfreundlichen Umgebung beratend und initiierend unterstützen – sei es die Gestaltung des Schulgartens oder nur eines Grünstreifens auf dem Schulgelände. Voraussetzung ist ein langfristiges Engagement von Lehrern und Schülern um eine nachhaltige Struktur zu schaffen

Berücksichtigung des Themas bei der Landesgartenschau 2022

Die Stadt hat bereits bei der Bewerbung um die Landesgartenschau 2022 das Thema Biodiversität und Insektenschutz adressiert. Die neu gegründete Landesgartenschau Bad Neuenahr-Ahrweiler 2022 gGmbH und das beauftragte Architekturbüro bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh, Berlin, haben das Thema bereits in ihren ersten Planungen der Daueranlagen berücksichtigt. Für die Planung der temporären Ausstellungen (erst 2020) wird das Thema wieder aufgenommen.

Folgende Maßnahmen sind bereits geplant:

  • Generell ist die Landesgartenschau Gesellschaft in Kontakt mit Verbänden wie BUND und NABU, um dort Ideen und Bedenken bei der Planung aufzugreifen.
  • Die Brunnenschutzfläche soll in Zusammenarbeit mit lokalen Imkern und Imkerverbänden insektenfreundlich gestaltet und mit Informationsständen und einer Schauimkerei ausgestattet werden. Die Fläche wird mittels neu angelegter Wege auch für die Besucher zugänglich gemacht.
  • Bestehende und neu geplante Streuobstwiesen sollen zusätzlich mit Wildsaaten und Bäumen aufgewertet werden.
  • Die Uferflächen entlang der Ahr sollen im Westen und Osten von Gehölz befreit, mit angepassten Saatmischungen neu angelegt werden und ebenfalls zukünftig durch eine extensive Pflege erhalten bleiben. Der Uferbereich entlang der Kastanienalleen muss weiterhin regelmäßig gemäht werden, damit die Laubaufnahme im Herbst, als Bekämpfung der Kastanienminiermotte, erfolgen kann. Das Ufer im Zentrum muss aufgrund des hohen Nutzungsdrucks und dem gewollten Zugang zum Wasser erhalten bleiben.
  • Die Landesgartenschau Gesellschaft arbeitet mit einer Saatgut Firma zusammen, die aufgrund der lokalen Bodeneigenschaften geeignete Saatgutmischungen zusammenstellt, so dass eine ansprechende mehrjährige Erhaltung von blühenden Flächen möglich ist.
  • Sog. „Restflächen“ im Straßenbau sollen ebenfalls insektenfreundlich gestaltet werden.

Über die Förderrichtlinie „Artenreiche Wiese“ des Kreises Ahrweiler vom 26.10.2018 können Privatpersonen und Unternehmen Fördermittel beantragen. Weitere Informationen finden Sie hier. 

https://www.kreis-ahrweiler.de/textMI.php?id=679 

(Auszug aus dem Stadtratsbeschluss vom 28.11.2018)